3
Feb
2006

Jütländische Wüste

Wiedergutmachung (das ist erst der Anfang)

Das darf nicht mehr so aussehen
Denmark_no

In Zukunft bitte nur noch so
Denmark_Star

14
Dez
2005

Die Erde ist eine Scheibe und ich bin der DJ

RIMG0001
Beim Durchsehen meiner alten Aufzeichnungen habe ich einiges wieder-entdeckt.

Hier ein Beispiel von der manchmal unfreiwilligen Komik menschlicher Kommunikation. Ich habe es aufgezeichnet 1998 in einer Arztpraxis im Kurort Bad Kissingen.

Im Wartezimmer des Arztes riecht es nach dem Schweiß von alten Leuten. (So ein Elend)
Ein Mann und eine Frau, beide etwas über siebzig sitzen nebeneinander und warten auf den Doktor.

Frau: Vatter, die Moslems wollen se da weghaben.
Mann: Dat geht ja auch nich. Auf der einen Seite der Rosenkranz und auf der anderen schlagen se de Leute.
Frau: Mensch, der Dokter hat wirklich zu tun.

Nach einer Weile gemeinsamer Schweigsamkeit...

Mann: Da nehm ich dich mit in Sarg rei.
Frau: Jawol, da bin ich wenigstens mit versorgt wenn wer dann schöne Blumen aufm Grab ham.
Mann: Die Orthopäden un die Internisten ham am meisten zu tun.
Frau: Nächste Woche, wenn du zur Behandlung gehst und ich werde aufgerufen, steh ich allein da.

Der Arzt tritt ein...

Arzt (offenbar verwirrt): So, bitteschön schauen wir mal rein.

Arzt (zur Sprechstundenhilfe): So, dann können sie mir jetzt das nächste schon beibringen.

6
Nov
2005

Finden

Ich suche nicht - ich finde

Suchen, das ist Ausgehen von alten
Beständen und ein Finden-Wollen von
bereits Bekanntem im Neuen.

Finden, das ist das völlig Neue!
Das Neue auch in der Bewegung.

Alle Wege sind offen, und was
gefunden wird, ist unbekannt.
Es ist ein Wagnis - ein heiliges
Abenteuer.

Die Ungewissheit solcher Wagnisse
können eigentlich jene auf sich
nehmen, die sich im Ungeborgenen
geborgen wissen - die in der
Ungewissheit geführt werden - die
sich im Dunkeln einem unsichtbaren
Stern überlassen - die sich vom Ziel
ziehen lassen, und nicht, menschlich
beschränkgt und eingeengt, das Ziel
bestimmen.

Dieses Offensein für jede neue
Erkenntnis im Außen und Innen, das
ist das Wesenhafte des modernen
Menschen, der in aller Angst des
Loslassens doch die Gnade des
Gehaltenseins im Offenwerden
neuer Möglichkeiten erfährt.

(Pablo Picasso)

16
Jun
2005

Merkels heile Welt

Der uckermärkische Bauerntrampel den die Medien in letzter Zeit wie verrückt hypen und nur noch lächelnd zeigen, hat sich als wichtigstes Motto "Vorfahrt für Arbeit" ausgedacht und wird nicht müde selbiges wie ein Mantra zu wiederholen.

Allein wenn ich mir das mal bildlich vorstelle. Da kommt ein Riesenlaster, ein Schwertransport vielleicht, so einer, wie er die Castoren nach Ahaus bringt, und hat Vorfahrt, überall, immer. Menschen springen in panischem Schrecken vom Strassenrand zurück. Die, die es nicht schaffen werden plattgewalzt und es heisst "nicht aufgepasst", "selbst schuld" oder "ein bedauerlicher Unfall (Einzelfall)".
Bei all dem frage ich mich, welches Ziel hat der Schwertransport? Wo will er hin? Was hat er geladen und wer fährt. Ich bemerke, dieses Motto wirft bei mir viele Fragen auf.

Eins ist ja schon mal klar, bei "Vorfahrt für Arbeit" ist ja nicht von bezahlter Arbeit die Rede...

Das werden wir alle schon sehr bald erleben. Nach dem Ein-Euro-Job kommt der Null-Euro-Job bei vollem HartzIV Wegfall...
War nur ein Spaß! Natürlich wird es uns allen weiterhin so gut gehen wie bisher, wenn nicht wesentlich besser, wir werden kaufen wie die Verrückten, mit Geilheit geizen oder wie das heisst und uns ständig Fussball und Musikantenstadl und Wetten Dass und Harald Schmidt angucken, weil ja all die gestanden Polit- und Verbrauchermagazine erstmal auf eine halbe Stunde gekürzt werden, damit der Abschied nicht so weh tut. Ich meine, aufgeklärte Verbraucher sind ja auch so ziemlich das Lästigste was es gibt. Diese vielen Fragen die die stellen und dann entscheiden sie sich doch immer für die Lösung, die für sie persönlich am Besten ist. Das ist einfach nur ärgerlich, wenn extra Millionen in Werbung und Propaganda gesteckt wurden.
Ich glaube, ich mach mal Urlaub in Templin.

15
Jun
2005

Nebensache Mensch "Arbeitslosigkeit in Deutschland"

Das Kapital geht davon aus, dass Arbeitslosigkeit eine Folge der Unfähigkeit von LohnarbeiterInnen ist, sich seinen Anforderungen anzupassen.
Die LohnarbeiterInnen hemmen gewissermaßen den Fortschritt. Sie sind faul, träge, egoistisch, unbeweglich und zu anspruchsvoll, unabhängig davon, ob sie arbeitslos sind oder arbeiten. Sie kosten immer zu viel und schwächen damit das Kapital. Sie bringen den Privateigentümern zu wenig ein, so dass sich ihre Beschäftigung oft nicht lohnt. Immer mehr Lohnarbeiterinnen erscheinen dem Kapital als Risikogruppen.
Mit anderen Worten: die mangelnde Produktivität der LohnarbeiterInnen soll die Hauptursache der Arbeitslosigkeit sein.
Das Kapital streitet jede Verantwortung für seine Probleme ab und macht die LohnarbeiterInnen zum Problem.
In Wirklichkeit ist es nämlich umgekehrt:
Es ist die steigende Produktivität selbst, die, eingepresst in die Zwänge der Kapitalverwertung, immer mehr Menschen überflüssig macht und sie in Arbeitslose verwandelt.
Das Kapital wird mit der steigenden Produktivität nicht fertig.
Die steigende Produktivität führt unter seiner Regie tendenziell zu einem Fall der Profitraten.
Sie führt deshalb gleichzeitig zu wachsender Investitionsmüdigkeit und zu riesigen Kapitalüberschüssen.
Die Arbeitslosigkeit des Kapitals ist die Kehrseite der Arbeitslosigkeit der Ware Arbeitskraft.
Die steigende Produktivität führt zum Export der überquellenden Kapitalmassen.
Sie führt ferner zu Krisen. Mit den Krisen zeigt das Kapital am deutlichsten, dass es der Entwicklung der Produktivität im Wege steht und sie gewaltsam auf das Maß zurückschneidet, das in seinen kleinen Porfitrahmen passt. Es ist das Kapital selbst, das die Produktivität der LohnarbeiterInnen hemmt und ihre „Leistungsbereitschaft“ in wachsendem Maße nicht mehr nutzen kann. Die Nutzung der Fähigkeiten von Millionen Menschen rechnet sich für das Kapital immer weniger. Immer mehr LohnarbeiterInnen verwandeln sich deswegen in „Problemgruppen des Arbeitsmarkts“.
Die Arbeitslosigkeit wächst nicht, weil die LohnarbeiterInnen immer fauler, unflexibler, teurer, anspruchsvoller usw. werden.
Es ist das Kapital selbst, das aufgrund seiner eigenen Logik seine rentable Verwertung immer mehr untergräbt. Dem Kapital erscheint das so, als ob es die LohnarbeiterInnen sind, die seine rentable Kapitalverwertung untergraben.
Die Kapitalverwertung zieht sich aber im Laufe ihrer Entwicklung selbst den Boden unter den Füßen weg. Das Kapital selbst ist die wahre „Problemgruppe“.


Aus: ROTH, RAINER; Nebensache Mensch, Arbeitslosigkeit in Deutschland; Frankfurt am Main 2003; ISBN 3-932246-39-X (Seite 208-209)

Dieses Buch ist wirklich unbedingt zu empfehlen, für alle, die sich fragen, was eigentlich los ist, warum sie arbeitslos geworden sind oder arbeiten und Angst haben vor der Zukunft. Die Zusammenhänge werden zeitgemäß, einfach und anschaulich erklärt. Es wird nicht verurteilt, nur analysiert. Wer wirklich die Zusammenhänge kennen möchte und auch sein Denken von der Oberfläche in die Tiefe bewegen möchte, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Danach sind die wichtigsten Zusammenhänge klar und der Leser oder die Leserin hat auch ein Handwerkszeug um die Dinge zum Besseren zu verändern.
Eine sehr menschenfreundliche und lebensnahe Analyse der Grenzen der kapitalistischen Denk- und Handlungsweise.
Das Buch hat 600 Seiten und kostet 15€, die es allemal wert ist.

Besonders bemerkenswert ist, dass das Buch bei allen Internetbuchhändler nicht oder nicht mehr gelistet ist. Ein Schelm wer Böses dabei denkt...
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